Maskiertes, also:

Rollenspiele in archetypischen Landschaften, Verkleidungskisten, Gesichte, Garderoben, Personae

 

Die " MASKIERTEN JAHRE":

DIE SAMMLUNG 1969 DER " GALERIE IM HALBRUND"
Jubiläumsausgabe 2009

Winfrid Jerney und Manfred Ach haben einen hochwertigen Kunst-Nachdruck von fünf Bänden einiger ihrer im Jahr 1969 entstandenen Werke der „Galerie im Halbrund“ als Jubiläumsausgabe veröffentlicht :

I
In einem teils sonnigen Herbst
12 Bildseiten + 20 Textseiten
II
Canzoniere
17 Bildseiten + 21 Textseiten
III
Madrigal
14 Bildseiten + 20 Textseiten
IV
Kirschgarten
12 Bildseiten + 19 Textseiten
V
Bilder der maskierten Jahre
46 Bildseiten + 11 Textseiten

Es handelt sich um 4 Zyklen von abstrakten Aquarellen, die eine Verwandtschaft zum „Informel“ und zur „lyrischen Abstraktion“ aufweisen, jedoch einen eigenen Stil entwickeln, und um sprachlich ausgefeilte Gedichte und Prosa
der 60er Jahre mit expressionistisch-surrealen Anklängen.
Der Band 5 ist ein reiner Bildband mit Erläuterungen und enthält abstrakte Aquarelle und Tuschezeichnungen,
teilweise im Stil von „Tachismus“ und „Informel“.

Die Original-Bilder und die Gedichte – ursprünglich in Leinen gebunden – wurden eingescannt und werden über den PC einzeln auf hochwertigem Aquarell-Papier mit Spezialtinte ausgedruckt und in Kunststoffmappen zusammengestellt. Die Seiten sind einzeln herausnehmbar.
Das Format ist 31 cm (Höhe) x 26,3 cm (Breite).

Als erste Auflage sind jeweils 10 Exemplare erschienen; die Bände werden auf Nachfrage einzeln hergestellt. Herstellung, Vertrieb und Abwicklung erfolgen über Winfrid Jerney, Bad Griesbach.

Die Herstellung ist sehr aufwändig und die Kosten sind erheblich. Da man die Seiten einzeln herausnehmen kann, so dass die Bilder als einzelne Kunst-Drucke aufgehängt werden können, erschien uns ein Verkaufspreis angemessen, der dies berücksichtigt und für qualitativ hochwertige künstlerische Drucke eher noch im unteren Segment liegt.

Ansichtsexemplare sind nach Absprache zugänglich.

Anfragen und nähere Informationen über
Landschaftsarchitekt@Jerney.de
oder  post@m-ach.de

 

Manfred Ach
UNTERTAGWERK

ISBN 3-97512-200-3, Ausgewählte Gedichte 1964-1974, MaroVerlag, 1. Auflage Augsburg 1979, 100 nummerierte Exemplare, Titelgrafik Ugo Dossi,
68 S., A-4-Format, EUR 14.-

Aus der Editorischen Notiz:

"...Vielleicht wollte ich die ANDERE Seite deutlich machen, die ohne Konzessionen an gängige Trends, aktuelle Notwendigkeiten und den Alltags-Thrill immer vorhanden war und fast ausschließlich mein Schreiben bestimmte, angefangen von den carmina barbiturata der psychedelischen Jahre bis zu Bewusstseinsdelirien und Hirnstammräuschen à la Rönne, von artifiziellen Troubadour-Personae bis zu Abgesängen aus Sarmatien, von der Chemie der Worte bis zur Metaphysik der Sinne. Verweigert wurde das Nachempfinden ‘amerikanischer’ Sensibilität, sei es die Kakerlaken-Idylle oder die grüne New-Age-Gebärde."

 

ZERBROCHENE VASEN

aus Porzellan

in abgestimmter Tönung

zart wie Rauch

Figuren aus Stille

mit Fliedergeruch

in denen jetzt der Wind

der die Blätter regt

Maultrommellaute schlägt

Eine weitere "Maske" war der an Ezra Pound geschulte Band

PERCUSSION. Langes Gedicht für Pietro Valpreda,

der nach zwei Auflagen in Hamburger Verlagen (siehe ARCHIVARISCHES) ohne Illustrationen nochmals abgedruckt wurde in HUSARENSTÜCKE. Handstreiche in Prosa und Vers (siehe ANARCHISTISCHES).

Aus der Editorischen Notiz:

"Zu einer Zeit, als die Agitpropwelle im Werbefunk versandete, musste diese polyphone Stilübung zum Verhältnis von Sprache und Macht überraschen. Kulturdackel aller Schattierungen rümpften die Nase: Stalinisten, sich seriös gebende ‘Anarchisten’, um exklusive Platzkarten besorgte ‘Arbeiterdichter’, ausgebuffte Philologen und schlitzohrige Überbauroutiniers."

XI

Demokratie ist Monopolisierung des Geldes, und das Maxim eine gute Geldanlage sagte sich Sir Basil Zaharoff, und Grammatiker & Kirchenväter trieben feudale Falschmünzerei und schlugen dem ungläubigen Thomas den Kopf ab.
Christliche Ideen nunmehr Privatwirtschaft,
das göttliche Licht verdunkelt von Kirche und Staat,
der Tempel wieder gerammelt voll von den Schefflern
und die Wirtschaftsdoktrin des Faschismus gleich der des kanonischen Rechts.
Der Liaison des Dollars mit der Gewalt
setz den richtigen Rhythmus entgegen,
IDEOPHONIE,
und eine hausgemachte Bombe in der Tasche.
Mit naiven Worten gegen die listenreiche Regierung,
cheng ming gegen die Trennung von Ding und Funktion,
von Gott und Welt und Mord und Macht,
CHENG MING,
und heiße Cocktails gegen die Ausbeuter der Angst.


Manfred Ach

ZUNGENSALAT / LAUNIGE LITANEIEN

ISBN 3-928114-02-6, Mit Cartoons von Michael Heininger, Hagen Verlag, 1. Auflage München 1990, 80 S., A-4-Format, EUR 14.-

Neben Wortakrobatik und Stilparodien gibt es hier leserfreundliche Litaneien, die profane Inhalte sakralisieren, unernste Formenspiele und "cartoonsinnige" Überraschungsangriffe. Mit den Zeichnungen von Michael Heininger eine hinterlistige Kombination, ein Irrlicht über dem Kunstsumpf, ein schmetterlingshaftes Gebilde, das Bewusstseinsstürme auslöst. Also erhöhte Vorsicht!

SONETT ZUM AUFWÄRMEN

Im Oberstübchen wird es langsam heiß,
die Wunderwörter tanzen ihren Tanz,
der Hexenmeister wedelt mit dem Schwanz,
der Sturm wirft deinen Syntaxzug vom Gleis.

Der Clown schminkt sich die Wangen rot und weiß,
ein Cuba libre gibt den Lippen Glanz.
Spendiert dem Totgesagten einen Kranz!
Der Saufkopf schlittert über Hochzeitsreis.

Daneben geht nun alles, aber wie!
Der Fenstergucker schaut so blöd wie nie.
Die Welten wackeln allesamt und krachen
auf unsern Kopf herab mit tausend Sachen.
Danach (wart’s ab!) verziehn sich Rauch und Schall.
Nur tief im Flieder flennt die Nachtigall.